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Micro Content und Content Marketing Strategie

December 28, 2016 19:04

Kurze Aufmerksamkeitsspannen richtig nutzen

Contentschnippsel - Erfolge im Marketing

Content Marketing heißt das allseits bekannte Zauberwort, welches Marketer nun schon seit einigen Jahren beschäftigt. Wie so häufig im Marketing, steht der Fortschritt natürlich nicht still. So werden immer wieder neue Methoden und Instrumente ausprobiert, um Content Marketing frisch und damit interessant für die eigene Zielgruppe zu halten. Micro Content ist genau ein solches Instrument, welches im Internet besonders gut funktioniert. Warum? Weil kurze Aufmerksamkeitsspannen hier gang und gäbe sind, was den bereitgestellten Micro Content umso effizienter macht.

Im folgenden Artikel sollen nun fünf große Fragen rund um die kompakten Contentschnippsel beantwortet werden:

  • Was genau ist eigentlich Micro Content?
  • Was macht Micro Content aus und warum ist dieser so wichtig?
  • Warum ist es sinnvoll diesen in die Content Marketing Strategie zu integrieren?
  • Welche Ziele kann Micro Content bei der Zielgruppe erreichen?
  • Welche Ressourcen können sich Marketer dafür zu Nutze machen?

Am Anfang steht natürlich die erste Frage, nämlich die nach der Definition des Begriffes. Wie sich unschwer erkennen lässt, setzt sich der Begriff Micro Content aus zwei separaten Wörtern zusammen: Micro (also klein, kompakt) und Content (also dem Inhalt). Ein ganzer Text-Artikel ist beispielsweise kein Micro Content, eine interessante Headline, die die Aufmerksamkeit der Besucher einfängt, hingegen schon. Gleiches gilt auch für clever eingesetzte Zitate oder zum Beispiel kurze Audioaufnahmen. Um eine Überleitung zwischen Micro Content und Social Media zu generieren, könnte beispielsweise ein Twitter-Zitat in einen längeren Text integriert werden - das schafft interessanten Micro Content und kann den sozialen Auftritt stärken oder schlicht eine Quelle benennen.

Warum ist Micro Content so wichtig und was sind dessen Vorzüge?

Die eher kurz angelegten Aufmerksamkeitsspannen der Nutzer im Netz wurden bereits eingangs angeschnitten. Nicht umsonst belegen Studien, dass Webseiten oft nur eine kurze Zeit von rund drei Sekunden bleibt, um den Nutzer von sich erstmals zu überzeugen, sein Interesse einzufangen und ihn schließlich zum Durchstöbern der Seite anzuregen. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Micro Content. Wichtig ist, dass dieser tatsächlich Lust auf mehr macht. Eine Seite soll schließlich nicht nur aus Micro Content bestehen, viel mehr muss dieser eine Brücke zu den weiteren Inhalten bauen, indem er die Aufmerksamkeit einfängt und diese schließlich zu dem Wunsch nach mehr umwandelt. Das funktioniert sowohl auf den ersten Blick, also wenn sich der Micro Content über anderen Inhalten befindet, aber auch zwischen diesen Inhalten, damit der Nutzer beispielsweise bei längeren Texten nicht das Interesse verliert.

Micro Content ist eine der mächtigsten Waffen des Marketers, macht Lust auf mehr und verspricht zugleich nicht zu viel Zitat: wir!

Durch ein cleveres Einsetzen von Zitaten, die natürlich nicht wie im Beispiel zwingend aus der eigenen Feder stammen müssen, erhält die Aufmerksamkeit des Lesers einen neuerlichen Schub - ähnlich wie beim Kaffee am Morgen. Das ist auch zwingend notwendig, wenn man sich wissenschaftliche Ergebnisse hinsichtlich der Aufmerksamkeitsspannen anschaut. Wussten Sie beispielsweise, dass dem Goldfisch von der Wissenschaft eine Aufmerksamkeitsspanne von ganzen 9 Sekunden nachgesagt wird? Das hört sich erst einmal nicht viel an, wird aber ziemlich imposant, wenn man sich die Ergebnisse aus der Wissenschaft zum Menschen anschaut: der kommt, unabhängig vom Geschlecht, lediglich auf 8 Sekunden durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne.

Sinnvoll ist die Integration von Micro Content auch deshalb, weil Content Marketing natürlich längst kein Geheimtipp mehr ist. Immer mehr Webmaster, Unternehmen und Marketer sind sich bewusst, dass sie beim Interessenten oder potentiellen Kunden mit hochwertigen Inhalten und einem Mehrwert punkten müssen. Natürlich möchte man aber nie einer von vielen sein, weshalb die clevere Platzierung von Micro Content auch beim Abheben gegenüber den Wettbewerbern hilft. Kleine Brötchen zu backen allein reicht aber nicht. Micro Content funktioniert nur dann, wenn er tatsächlich Teil einer großen Strategie ist - schließlich kann man auf Inhalte und Content Marketing allgemein nicht völlig verzichten, nur weil man hier und da einen Happen Content bereitstellt. Unternehmen sollten sich deshalb weiterhin typische strategische Fragen stellen:

  • Welche Bedürfnisse soll der Content bedienen?
  • Erweitert mein Micro Content tatsächlich den großen Content?
  • Welche Wettbewerber nutzen gutes Content Marketing und wie kann ich dieses selber noch verbessern?
  • Was ist mein IST-Zustand, wie sieht der Markt aus und welche Ziele werden verfolgt?

Die Analyse, Zielsetzung und das Festlegen auf die Zielgruppe fallen also nicht ab. Immer wieder ist es deshalb sinnvoll sich ins Gedächtnis zu rufen, dass Micro Content lediglich eine Erweiterung ist. Keinesfalls soll hier der Eindruck vermittelt werden, dass die Schnippsel weiterführende und umfassende Inhalte ersetzen.

Die eigene Zielstellung durch Micro Content erreichen

Mit Micro Content lassen sich Zielstellungen gut erreichen. Festgesetzte Ziele variieren natürlich immer und hängen auch vom Unternehmen, der Zielgruppe und dem Angebot ab. Einige sind aber universell einsetzbar, auf diese soll im Folgenden näher eingegangen werden.

Micro Content hilft beispielsweise bei der Trafficsteigerung und der Generierung von neuen Leads. Dank der ausgelösten Micro Moments , gepaart mit einer Brise von Call-to-Action-Elementen, wird der kompakte Content zur starken Waffe der Leadgenerierung. In einem Shop könnte Micro Content beispielsweise mit dauerhaft existenten Evergreens und Dauerbrennern verknüpft werden. So transformiert sich das kurzfristige Interesse zum wiederkehrenden Kontakt.

Denkbar ist auch die Sichtbarkeit zu steigern. Da sich die kurzen Content-Inhalte relativ schnell erstellen lassen, können diese sehr flexibel für unterschiedliche Teilbereiche, Leistungen und Produkte genutzt werden. In der Kürze liegt aber nicht nur die Würze, sondern auch ein weiterer Vorteil: da die Erstellung schnell geht, können Sie sich erlauben, diese Schnippsel noch spezifischer auf Kanäle, Formate, Teile der Zielgruppe oder sogar einzelne Personen (beispielsweise Stammkunden) auszurichten. Das wiederum hat einen positiven Effekt auf die Conversion.

Zuletzt wurde eingangs schon auf die Aufmerksamkeit eingegangen. Die kompakten Inhalte lassen sich sehr variabel hervorheben, unter anderem durch Textformatierungen, die flexible Platzierung, Farben und Formen. Die kompakte Veranlagung wird erneut zum Vorteil, denn Formatierungen sind schnell erledigt und können daher auch kurzfristigen Experimenten unterliegen.

An die Arbeit: mit praktischen Ressourcen und Instrumenten

Alles was kurz und kompakt ist, kann als Ressource dienen. Ein Klassiker sind beispielsweise animierte .gif-Bilder, auch Infografiken sind ein zeitloser Evergreen. Zitate könnten aus Social Media genommen werden, Plugins wie ThingLink helfen Bilder mit multimedialen Inhalten zu verschmelzen. Die Optionen sind also vielfältig - ein wenig experimentieren lohnt sich durchaus, zumal viele Ressourcen mitunter schon ganz unbewusst genutzt werden - wie beispielsweise verspielte Grafiken als Bestandteil einer Seite und eines Designs.

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Sebastian
Sebastian Theiss
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